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Häufige Fragen

Das Atemtrainingsgerät von Frolov und die Buteyko-Methode – passt das zusammen?

Im Internet wird viel für das Atemtrainingsgerät von Frolov geworben. Es wird dort z. T. als „Atemtrainingsgerät nach Buteyko“ bezeichnet. Trotzdem finde ich auf den Internetseiten von Buteyko-Schulen und Buteyko-Lehrern keine Hinweise darauf. Warum?

Buteyko und seine Nachfolger haben es nicht für einen geeigneten Ersatz für seine Methode gehalten. Das Atemmuster, das mit dem Frolov-Gerät eingeübt wird, entspricht in verschiedener Hinsicht nicht der Buteyko-Atmung und birgt möglicherweise Risiken, die bei der korrekter Anwendung der Buteyko-Methode nicht auftreten.

  • Für die meisten Buteyko-Anwender ist einer der wichtigsten Schritte zur Atemumstimmung die Umstellung von Mund- auf Nasenatmung im Alltag. Die Atemübungen mit dem Frolov-Gerät sind nur mit Mundatmung möglich.
  • Mit der Buteyko-Methode wird eine weniger voluminöse Atmung geübt, bei der ca. 6 Atemzüge pro Minute als optimal angesehen werden. Mit dem Frolov-Gerät übt man sehr langsames Atmen. Als Ziel wird dort eine Atemzugdauer von 30 Sekunden angestrebt. Nach Buteykos Erfahrungen ist dies ein riskanter Weg, den er vollkommen abgelehnt hat. Die Gefahr liegt darin, dass die Atemzüge voluminöser werden und eine noch tiefere Atmung eingeübt wird, als sie vorher schon bestand.
  • Die Veränderungen in den Blutgasen (Sauerstoff und Kohlendioxid) sind bei Verwendung des Frolov-Atemtrainers sehr radikal. Sie entsprechen den Veränderungen, die Maximalpausen erzeugen. Solche Maximalpausen, bei denen die Luft so lange wie möglich angehalten wird, hat Buteyko in früheren Jahren als Bestandteil seiner Methode erprobt (1 Pause pro Tag), aber in seinen letzten Jahren nur noch für Notfälle empfohlen. Man kann mit ihnen einen schnellen Effekt erzielen, indem man schnell den Kohlendioxidgehalt in der Lunge erhöht. Wendet man solche Maximalpausen aber oft an, kann es zu einer Ausgleichsreaktion des Körpers kommen, bei der man am Ende im Alltag mehr hyperventiliert als vorher. Aufgrund dieser Erfahrung bei seinen Patienten hat Buteyko zum Schluss nur noch den sanften Weg der Atemumstimmung ohne Maximalpausen empfohlen.

Was sagt die Wissenschaft zu den beiden Methode?

In der medizinischen Literatur-Datenbank www.pubmed.com findet man viele Studien zur Buteyko-Methode aber bisher nichts über das Atemtrainingsgerät nach Frolov. Klar ist, dass man mit beiden Methoden mehr CO2 im Körper behält. Bei der Frolov-Methode wird ausgeatmete Luft wieder zurückgeatmet, so dass sich zwangsweise der Kohlendioxidgehat in der Lunge erhöht. Das ähnelt dem Atmen in eine Tüte, bei dem man seine Ausatmenluft wieder zurückatmet und das man bei akuten Hyperventilationsanfällen anwendet. Demgegenüber geschieht die Veränderung bei der Buteyko-Methode langsam und sanft, immer nur soweit, wie es unser Empfinden zulässt.

Kann man aber mit einem Gerät nicht Zeit sparen und schneller zum Erfolg kommen?

Es war meist ein langer Weg bis zur Entwicklung eines ungesunden Atemmusters und zu einer Verstellung des Atemzentrums. Es braucht daher auch Zeit, diesen Weg zurück zu gehen und die Atmung wieder zu normalisieren. Egal welche Methode man anwendet, man muss dem Organismus immer seine Geschwindigkeit zugestehen. Wenn man die Umstellung zu erzwingen versucht, besteht immer die Gefahr, dass man sich damit ins Ungleichgewicht bringt. Es ist daher mein Eindruck, dass man das Frolov-Gerät ohne Kenntnis der Hintergründe und ohne eine geübte Selbstwahrnehmung sehr leicht falsch anwenden kann. Das heißt, man kommt auch bei Verwendung eines solchen Gerätes nicht umhin, sich intensiv mit seiner Atmung zu beschäftigen und seine Selbstwahrnehmung zu schulen. Andernfalls läuft man Gefahr, sich damit zu schaden ebenso wie sich die Übertreibung mit zu vielem und zu langem Luftanhalten im Rahmen der Buteyko-Methode (Maximalpausen) als gefährlich erwiesen hat.

Im Internet findet man die Behauptung, man müsse 3 Stunden täglich Buteyko-Übungen machen, um damit Erfolg zu haben, gegenüber nur 20-30 Minuten mit dem Frolov-Gerät. Stimmt das?

Nein. De Empfehlung nach Buteyko ist, in den ersten 4 Wochen 3x täglich 20-30 Minuten Atemübungen durchzuführen. In dieser „Intensivphase“ gewöhnen sich die Anwender wieder im Alltag an ein normales gesundes Atemmuster. Sie schulen damit auch Ihre Wahrnehmung für ihre eigenen Stressreaktionen, die oft Asthmasymptome auslösen, und sie lernen dadurch frühzeitig gegenzusteuern. Nach dieser Phase haben die meisten Anwender ihre Atmung im Alltag wieder soweit normalisiert, dass eine „Erhaltungsdosis“ von Atemübungen ausreicht. In der Regel können sie dann ihre Übungszeiten auf 1x 20-30 Minuten reduzieren und oft reicht es dann, Atemübungen in Kombination mit anderen Tätigkeiten, z.B. Walken, Joggen, Fahrradfahren, Autofahren, Abwaschen…ausführen.
Studien haben sogar gezeigt, dass die Buteyko-Methode auch bei weniger Übungszeit bereits sehr wesentliche Verbesserungen bringen kann: In einer Studie wurde eine 60%ige Medikamentenreduktion (Bronchodilatoren) innerhalb von 4 Wochen bei weniger als einer halben Stunde Übungszeit pro Tag erreicht.
Die Buteyko-Übungen kann man immer und überall auch neben anderen Tätigkeiten durchführen. Es bedarf dazu keinerlei Hilfsmittel. Von Anfang an übt man, sein Atemmuster im Alltag zu normalisieren.

Gibt es Bedingungen, wo Sie Atemtrainingsgeräte empfehlen würden?

Ich empfehle meinen Klienten grundsätzlich keinen Einsatz dieser Geräte, bevor sie die Prinzipien und Hintergründe der Buteyko-Methode verstanden und die Übungen eine Weile ausprobiert haben. Ich halte das für notwendig, auch um die Risiken eines falschen Einsatzes der Geräte zu vermeiden, da ich immer wieder erlebt habe, wie sehr man seine Atmung mit solchen Geräten durcheinander bringen kann. Die meisten Anwender der Buteyko-Methode haben keinen Bedarf an einem Geräteeinsatz und sind glücklich allein mit dieser Methode, weil sie keine Hilfsmittel erfordert und jederzeit in den Alltag integrierbar ist.

Aber es gibt Fälle, in denen ich einen Versuch mit dem Frolov-Gerät oder ähnlichen Atemtrainingsgeräten nach dem Erlernen der Buteyko-Methode empfehle:

  • Menschen, deren Motivation einfach nicht ausreicht, um Atemübungen durchzuführen, kann der feste Rahmen, den ein Gerät bietet, manchmal helfen, ihren „inneren Schweinehund“ zu überwinden.
  • Manchen Menschen ist der Zugang zur Zwerchfellatmung vollkommen verloren gegangen. Zwar aktivieren auch Buteyko-Übungen wieder diesen wichtigsten Atemmuskel, aber das Frolov-Gerät wirkt hier noch unmittelbarer, weil man gegen einen Widerstand (Wasser) atmet.

In diesen Fällen rate ich aber dringend dazu, das Gerät nur unter Supervision einer/s ausgebildeten Buteyko-Lehrerin/s anzuwenden.

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18 Jahre Atemweite
Atemweite ist volljährig!
Dies feiern wir am 21. Mai 2017.
Fernsehbeitrag
Ein Filmteam des NDR war bei uns in einem Kurs. Die Filme waren bzw. sind zu sehen unter: "Hallo Niedersachsen" und im ARD-Mittagsmagazin
Artikel in der Zeitschrift BIO
Umfassender Artikel über die Buteyko-Methode mit Interview mit Dr. Silvia Smolka in der Zeitschrift BIO erschienen (Okt./Nov. Nr. 5/2008)
Buteyko und Frolov sind nicht dasselbe
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Anwender-Kurse in Braunschweig
31. August - 2. September 2017
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Infostand
Voraussichtlich Oktober 2017
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9. Ausbildungszyklus zum/r Buteyko-Atemlehrer/in
1. Abschnitt voraussichtl. 2.-4. Februar 2018
Nächste Fortbildung für Buteyko-AtemlehrerInnen
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