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Studien zur Wirksamkeit bei Asthma

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Russische Studien

Buteyko selbst hat seine Forschungstätigkeit über Jahrzehnte dem Atem und der Entwicklung seiner Methode gewidmet. Die Veröffentlichungen hierzu sind uns leider aber nur begrenzt zugänglich, da es kaum Übersetzungen aus dem Russischen davon gibt.

Die einzige in verständlicher englischer Übersetzung vorliegende klinische russische Studie wurde 1981 an 52 Kindern ab 3 Jahren mit schwerem Asthma durchgeführt: 47 von ihnen waren regelmäßige Krankenhaus-patienten. Das Buteyko-Training bestand in morgentlichen 40-90 minütigen Übungen unter der Anleitung eines Spezialisten und weiteren täglichen 3-5 -stündigen in Eigenregie oder unter Anleitung durch einen Lehrer oder die Eltern durchgeführten Übungen.  Die Kinder wurden über einen Zeitraum von 29 bis 84 Tagen beobachtet. Die durchschnittliche Verweildauer in der Klinik für das Training betrug 16 Tage. Das Asthma aller Kinder besserte sich innerhalb der ersten 4 Tage. Nach 1-5 Tagen konnten die Patienten Asthmaanfälle, Husten und Giemen mit den Buteyko-Übungen stoppen und eine verstopfte Nase frei machen.

Die Vorgabe war, bronchienerweiternde Medikamente nur dann zu verwenden, wenn ein Asthmaanfall nicht innerhalb von 10-15 Minuten mit den Atemübungen gestoppt werden konnte. 73 % der Kinder brauchten mit Beginn der Übungen keine bronchienerweiternden Medikamente mehr, 15 % reduzierten sie nach 3-4 Tagen.

29% der Kinder erlebten negative Anpassungsreaktionen oder „Reinigungsreaktionen“ wie Aufgekratztsein, erhöhte Temperatur, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Bauchschmerzen, Brustschmerzen, Schwäche oder verstärkte Verschleimung. Bei einigen kamen Übelkeit, Brechen, Durst, erhöhter Speichelfluss mit Medikamentengeruch, gehäuftes Urinieren oder vermehrter Stuhlgang hinzu. Diese vorübergehenden Reaktionen dauerten einige Stunden bis maximal 2 Tage an und traten 2-3 Male auf.

Mit der Verlängerung der Kontrollpause erhöhte sich die Konzentration der Immunglobuline. Das Säure-Basen-Gleichgewicht im Blut normalisierte sich (wurde weniger basisch) und der pCO2 (Kohlendioxidgehalt) stieg von durchschnittlich 24,6 auf 36,3 mmHg. Der FEV erhöhte sich von durchschnittlich 76(+-8) auf 173(+-10), die Lungenkapazität um 27% und die Allergieschwelle erhöhte sich. 83 % der Kinder erreichten eine erhebliche Verbesserung (keine schweren Anfälle mehr, nur noch leichte Spuren der Krankheit oder das völlige Verschwinden von Symptomen) und die restlichen 17 % erreichten eine begrenzte Besserung.  Bei ihnen verringerte sich die Schwere der Asthmaanfälle zusammen mit einer beträchtlichen Reduktion des Medikamentenverbrauches.

Quelle:
Buteyko, K.P., Genina, V.A. Die Ergebnisse der Anwendung der BBL-Methode in der Kinderabteilung des Ersten Medizinischen Instituts von E.M. Sechenov. http://vogel-wild.eu/Gesundheit/buteyko/kindstud.htm

 




statistiken1. Australische Studie (Brisbane)

In Australien wurde 1994/95 eine Untersuchung bei Asthmatikern zur Wirksamkeit der Buteyko-Methode durchgeführt. 39 Patienten mit einer durchschnittlich 25-jährigen Asthmageschichte wurden nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen geteilt. Eine dieser Gruppen wurde in der Buteyko-Methode geschult, die andere erhielt eine konventionelle Atem- und Asthmaschulung. Die Vorgabe war, dass bronchienerweiternde Medikamente nur bei Bedarf genommen werden sollten. Die Teilnehmer führten Tagebuch über ihren Medikamentenverbrauch, ihre Symptome und die Peakflow-Messungen.

Bereits nach 6 Wochen war der Bedarf an bronchienerweiternden Medikamenten bei der Gruppe, die die Buteyko-Methode angewendet hatte, um 90 % gesunken. Nach
3 Monaten hatten die Teilnehmer in dieser Gruppe auch die Dosierung der Kortiko-steroide um 49% reduziert, ohne dass eine Verschlechterung der Lungenfunktion eingetreten war. Hingegen konnte die Medikation der Kontrollgruppe mit konventioneller Asthmaschulung nur um 6% bei den bronchienerweiternden Medikamenten bzw. 0% bei den Kortikosteroiden vermindert werden. Ein wichtiger Erfolg war auch das Empfinden einer verbesserten Lebensqualität, da die Teilnehmer aktiv und ohne Hilfsmittel ihren Zustand beeinflussen konnten und sich insgesamt besser fühlten.

Quelle:
Bowler, S.D., Green, A., Mitchell, C. A.: Buteyko breathing techniques in asthma: a blinded randomised controlled trial. The Medical Journal of Australia 169 (11-12), 575-578, 1998
http://www.mja.com.au/public/issues/xmas98/bowler/bowler.html

 




2. Australische Studie

Den Versuchsanstellern bei der ersten Studie (s.o.) wurde später vorgeworfen, dass die Buteyko-Gruppe mehr Zuwendung erhalten hatte, weil mehr Telefongespräche stattgefunden hatten. Um den Einfluss solcher persönlicher Kontakte auszuschließen, wurde deshalb eine weitere Studie in Australien durchgeführt, bei der dieser persönliche Kontakt fehlte. Die Einführung und Anleitung erfolgte durch einen 67 Minuten langen Videofilm mit einer 20-minütigen Übungsfolge zum reduzierten Atmen. Die VersuchsteilnehmerInnen waren aufgefordert, sich vier Wochen lang täglich 2x 20 Minuten mit Hilfe dieser Anleitung durch die Übungen führen zu lassen. Anweisungen zur Medikamenteneinnahme wurden ihnen nicht gegeben. Tatsächlich wendeten die Teilnehmer ihre Übungen durchschnittlich nur 1,3 mal pro Tag an. Dennoch bewirkte auch hier die Anwendung der Methode eine statistisch signifikante Verringerung ihres Bedarfs an bronchienerweiternden Medikamenten um 60%. Trotz der verminderten Medikamentenanwendung verbesserten sich die von den Probanden selbst ermittelten Lungenfunktionswerte (Peakflow-Messungen) in der Buteyko-Gruppe leicht, wenn auch statistisch nicht signifikant.

Diese Studie war nur auf 4 Wochen angelegt. Veränderungen des Bedarfs an präventiven Medikamenten wie Kortison konnten daher nicht erwartet werden.

Quelle:
Opat, A.J., Cohen, M.M., Bailey, M.J., Abramson, M.J.: A clinical trial of the Buteyko breathing technique in asthma as taught by a video. J. Asthma 37 (7), 557-564, 2000.

 




Studie aus Neuseeland (Gisborne)

Diese im Jahr 2003 veröffentlichte Studie bestätigt die Ergebnisse der australischen Studien: Bei gleichbleibender Lungenfunktion kamen die Teilnehmer der Buteyko-Gruppe nach sechs Monaten mit 50% weniger Kortikoid und  85% weniger Betamimetika aus als bei Versuchsbeginn. Die Kontrollgruppe, die eine im Gisborne-Krankenhaus übliche Asthmaschulung erhalten und eine Entspannungstechnik erlernt hatte, konnte den Gebrauch an bronchienerweiternden Medikamenten um 37% senken, nahm aber gleichviel Kortikoid wie zu Beginn des Versuchszeitraumes. Die Kontakte zwischen Patienten und Betreuern waren in beiden Gruppen gleich. Ein neues interessantes und ermutigendes Ergebnis dieser Studie ist, dass der Erfolg auch ein halbes Jahr nach der Schulung noch Bestand hatte.

Quelle:
McHugh, P., Aitcheson, F. Duncan, B., Houghton, F.: Buteyko breathing technique for asthma: an effective intervention. The New Zealand Medical Journal 116 (1187), 710, 1-7, 2003.
http://www.nzma.org.nz/__data/assets/pdf_file/0004/17968/Vol-116-No-1187-12-December-2003.pdf

 


 

Studie aus Großbritannien (Nottingham)

Ziel dieser Untersuchung war es, die Wirksamkeit der Buteyko-Methode bei Asthma mit der von Pranayama-Atemübungen zu vergleichen.
Für diese Studie wurden 90 Personen in 3 Versuchsgruppen eingeteilt. Eine Gruppe wendete die Buteyko-Methode an, die zweite Gruppe führte Übungen mit einem Gerät durch, dem „Pink City Lung Exerciser“ mit dem eine Yoga-Atemübung (Pranayama) simuliert werden sollte.  Die dritte Gruppe, die als Kontrolle diente, machte Atemübungen mit einem Placebo-Gerät. Die Patienten übten 2 mal täglich über einen Zeitraum von 6 Monaten.  Die Wirkung der beiden Methoden wurde anhand der Symptomveränderungen und verschiedener anderer Kriterien für die Lebensqualität verglichen. Hierzu wurden die Symptome anhand einer Bewertungsskala von 1-7 Punkten eingestuft. Zusätzlich wurden Veränderungen  in der Dosis von Matacholin  erfasst die eine Verschlechterung der Lungenfunktion um 20 % erzeugte. Dieser Test ist in der medizinischen Diagnostik üblich, um die Hyperreagibilität (Überempfindlichkeit) der Lunge bei Asthmatikern zu bewerten.

69 Patienten blieben bis zum Abschluss der Studie dabei und konnten in die Auswertungen einbezogen werden. Folgende Ergebnisse wurden erzielt:
nach 6 Monaten Veränderung der Symptom-Bewertungsziffer:
                                   Verbesserung um 3 in Buteyko-Gruppe,
                                   Verbesserung um 1 in Pranayama-Gruppe
                                   gleichbleibend in Placebogruppe
Bronchodilator-Reduktion in Buteyko-Gruppe um 2 Hübe/Tag bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 2 Hüben bei Versuchsbeginn,
keine Veränderung in den Vergleichsgruppen
keine Unterschiede im FEV1, bei den Asthmaverschlimmerungen und im Kortikoidverbrauch

Quelle:
Cooper, S., Oborne, J., Newton, S., Harrison, V., Thompson Coon, J., Lewis, S., Tattersfield, A.: Effect of two breathing exercises (Buteyko and pranayama) in asthma: a randomised controlled trial. Thorax 58, 674-679, 2003. http://thorax.bmjjournals.com/cgi/content/abstract/58/8/674

 


 

Studie aus Großbritannien (Glasgow)

Diese ebenfalls im Jahr 2003 abgeschlossene Studie wurde mit 600 Teilnehmern über einen Zeitraum von 2 Jahren durchgeführt. Verglichen wurde die Buteyko-Gruppe mit 2 anderen Gruppen, von denen die eine konventionell mit Medikamenten behandelt wurde und die andere eine Asthmaschulung erhielt.  Die Ergebnisse wurden aus Tagebüchern gewonnen, die die Teilnehmer über Lebensqualität, Aktivität, Asthmasymptome und Medikamentenverbrauch geführt hatten.  Die vorläufige Auswertung erbrachte folgende Ergebnisse: Während in den beiden Kontrollgruppen keinerlei signifikante Verbesserungen erreicht wurden, nahmen in der Buteyko-Gruppe Asthmasymtome und Bronchodilator-Verbrauch um 98% und der Verbrauch an vorbeugenden Medikamenten (Kortikoide) um 92% ab. Die Häufigkeit von Erkältungen bzw. Virusinfekten verringerte sich in der Buteyko-Gruppe um 20%.

Quelle:
(Unveröffentlicht, Hinweis siehe unter
http://www.brigittebennettnaturopath.com/html/s02_article/article_view.asp?id=256&nav_cat_id=241&nav_top_id=55 

 


 

Studie aus Kanada (Calgary)

Diese Untersuchung wurde mit 129 Asthmapatienten durchgeführt, die bei Studienbeginn inhalative Kortikoide verwendeten. Sie diente dem Vergleich der Buteyko-Methode mit einem ähnlich strukturierten in der Physiotherapie für Asthmatiker üblichen Entspannungs- und Atemtherapieprogramm. Asthmakontrolle, Lebensqualität, Verbrauch an Kortikoiden und Lungenfunktionswerte (Spirometrie) wurden ermittelt.
In der Buteyko-Gruppe erhöhte sich innerhalb von 6 Monaten der Anteil der Patienten mit „Asthmakontrolle“ von 40% auf 79 % und in der Kontrollgruppe von 44% auf 72% (wie folgt definiert: kein nächtliches Aufwachen infolge von Atembeschwerden, kein Bedarf an bronchienerweiternden Medikamenten über 3x/Woche, keine Arbeitsausfälle in den letzten 3 Monaten und keine Asthmaverschlimmerungen in den letzten 6 Monaten). Dabei war aber die Kortikosteroid-Dosierung in der Buteyko-Gruppe signifikant gesunken  12 Teilnehmer aus der Buteyko-Gruppe und 4 aus der Kontrollgruppe nahmen keine Kortikoide mehr und  10 Teilnehmer der Buteyko-Gruppe gegenüber nur 1 Teilnehmer aus der Kontrollgruppe hatten ihre langwirksamen bronchienerweiternden Medikamente abgesetzt. Die Lebensqualität steigerte sich in beiden Gruppen ohne signifikante Unterschiede. Die Lungenfunktion verschlechterte sich trotz verringertem Medikamenteneinsatz nicht.

Quellen:
Cowie, R.L., Conley, D.P, Underwood, M.F., Reader P.G.: A randomized controlled trial of the Buteyko technique for asthma management. Proceedings of the American Thoracic Society 3, A530, 2006.

Cowie, R.L., Conley, D.P., Underwood, M.F., Reader, P.G.: A randomised controlled trial of the Buteyko technique as an adjunct to conventional management of asthma. Respir. Med. 102(5):726-32, 2008.

 




Kommentar zu dieser Studie:

Diese Studie enthält einen gravierenden Fehler: Es wird nur der Verlauf des Kortison-Verbrauches dokumentiert. Es wird nicht preisgegeben, wieviele der Studienteilnehmer zu Anfang der Studie auch langwirksame bronchienerweiternde Medikamente genommen hatten.
 
Bei Anwendung der Buteyko-Methode wird empfohlen, Kortison in Absprache mit dem Arzt und nach dem schulmedizinisch üblichen Stufenplan erst dann zu verringern, wenn kein Bedarf an bronchienerweiternden Medikamenten mehr besteht. Andererseits kann man Kortison leichter reduzieren, wenn man dafür bei seiner gewohnten Dosierung an bronchienerweiternden Mitteln bleibt oder sie sogar erhöht. Ohne eine detaillierte Angabe darüber, wie die Ausgangsdosierung der bronchienerweiternden Medikamente war, sind die Ergebnisse also nur beschränkt interpretierbar.
 
Die Rolle von Bronchodilatoren für die Asthmakontrolle wird somit weitgehend ignoriert  Es wird nicht für nötig befunden, die Reduktion, die in der Buteyko-Gruppe stattgefunden hat, im Abstract überhaupt zu erwähnen. Die Unterschiede zwischen den beiden geprüften Methode werden heruntergespielt, indem die Asthmakontrolle in den Mittelpunkt gestellt wird. Während dies in der Kontrollgruppe mit fast gleichbleibender Medikation geschehen ist, gelang es in der Buteyko-Gruppe bei signifikanter Verminderung der Medikamente - sowohl des Kortisons als auch der langwirksamen Bronchodilatoren.

Einsparungspotential (Bericht von Dr. Gerald Spence in Fernsehfilm des BBC1 ”Breathless”, 19.08.1998)

Dr. Gerald Spence, ein praktischer Arzt in Schottland, unterrichtete 34 seiner Patienten in der Buteyko-Methode und berechnete die Kosten, die dadurch eingespart werden konnten: Vor der Anwendung der Buteyko-Methode hatte er Ihnen pro Jahr Medikamente im Werte von 15000 £ verschreiben müssen, nach dem Erlernen der Buteyko-Methode nur noch im Werte von 5000 £. Das Einsparungspotential lag somit bei über 60%. Leider fehlen bisher hierzu wissenschaftliche Studien unter Praxisbedingungen.

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18 Jahre Atemweite
Atemweite ist volljährig!
Dies feiern wir am 21. Mai 2017.
Fernsehbeitrag
Ein Filmteam des NDR war bei uns in einem Kurs. Die Filme waren bzw. sind zu sehen unter: "Hallo Niedersachsen" und im ARD-Mittagsmagazin
Artikel in der Zeitschrift BIO
Umfassender Artikel über die Buteyko-Methode mit Interview mit Dr. Silvia Smolka in der Zeitschrift BIO erschienen (Okt./Nov. Nr. 5/2008)
Buteyko und Frolov sind nicht dasselbe
Siehe häufige Fragen

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